Mentale Vorbereitung auf eine Prüfung
Ich nehme an, dass dich dieses Thema interessiert oder du vielleicht schon einmal gedacht hast, ohne die ganze Angst vor einer Prüfung hättest du ein besseres Ergebnis erreicht. Nachfolgend möchte ich ein paar Dinge darstellen, wie ich sie verstehe. Dazu wird diese Seite dienen. Auf der den nachfolgenden Seiten findest du einen Text mit eingebauten hypnotherapeutischen Anweisungen zur inneren Vorbereitung auf die Prüfung oder Schularbeit.
- Was ist Prüfungsangst?
Ganz einfach gesagt ist es so etwas wie ein Denkfehler.
Betroffen davon ist das WAS du denkst (z.B. "ich muß es unbedingt schaffen!"......) und das WIE du es denkst (z.B. was die anderen sagen, Katastrophe in grellen Farben, ....). Beides hat ganz entscheidenden Einfluss auf dich, dein Denken, Fühlen und Tun - natürlich auch auf das, was du bei einer Prüfung oder Schularbeit können sollst.
Ich stelle mir in (farbigen) Bildern vor, wie ich mein Ziel erreiche! - Wie spürst du sie?
Es kann sein, dass du schon in der Nacht vor der Prüfung schlecht schläfst, oder du in der Früh nichts mehr essen kannst, dass deine Hände mehr schwitzen, dein Puls schneller ist, du innerlich unruhiger wirst und dergleichen. Dies alles sind Stresssymptome, der Körper reagiert wie auf eine vermeintliche Gefahr.
Wenn ich unruhig bin, ist ganz normal und bedeutet auch: Ich bin hellwach! - Worin besteht die "vermeintliche Gefahr"?
Es kann bei einer Schularbeit oder Prüfung schon um einiges gehen und natürlich will man sie auch bestehen. Besonders heikel aber wird es, wenn man zu sich selbst sagt: "Ich muss sie unbedingt schaffen!!!" Und da sind wir schon bei einem dieser Denkfehler, der das eigene Denken und Fühlen durcheinanderbringt.
Ich gebe das, was ich geben kann. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist o.k.. - Was ist eigentlich eine Prüfung?
Bei einer Prüfung soll gelerntes Wissen wiedergegegeben werden. Meistens sind es die eventuell nachfolgenden negativen Konsequenzen, die sich zu einer schlecht absolvierten Prüfung gesellen, die wir befürchten. Konzentriere ich mein Denken und Fühlen auf diese Konsequenzen, werde ich konzentrierter an die noch gar nicht eingetretenen Konsequenzen denken als an den Stoff, mit dem ich mich eigentlich beschäftigen sollte.
Vor und während der Prüfung denke ich nur an den Stoff, nachher an die Auswirkungen!
Die Bedeutung von Selbsttests
Ohne Selbsttest kommt man leicht in die Gefahr, zu sehr auf seine Fähigkeiten zu setzen oder sich gar zu überschätzen. Shaughnessy & Zechmeister (1992) belegten das in einem Experiment mit zwei Gruppen von Studierenden. Die Probanden in der Mehrfachleser-Gruppe lasen mehrmals Dutzende von faktischen Aussagen, sollten dann die Wahrscheinlichkeit beurteilen, mit der sie jede Aussage erinnern würden und machten am Ende einen Test. Die Studierenden dieser Gruppe waren sich ihres Wissens ziemlich sicher, sogar bei den Fragen, die sie dann nicht beantworten konnten. Die Mitglieder der Praxistest-Gruppe lasen gleichfalls die Aussagen, doch verbrachten sie die restliche Zeit damit, Tests zu beantworten, bei denen sie die Fakten aus dem Gedächtnis abrufen mussten. Beim Abschlusstest schnitt die Praxistest-Gruppe zwar genauso gut ab wie die Mehrfachleser-Gruppe, doch konnten die Studierenden der Praxistest-Gruppe deutlicher unterscheiden, was sie wussten und was nicht. Es ist also offensichtlich, dass ein Selbsttest das Erinnerungsvermögen fördert und aufzeigt, was man weiß und wo die Wissenslücken liegen, sodass man sich während der Lernsitzungen auf diese Lücken konzentrieren kann.
Lampenfieber vor einer Prüfung und was man im Vorfeld dagegen tun kann
Aufregung vor einer Prüfung, also das typische Lampenfieber tritt meist auf, wenn durch körperliche Aktivität das überschüssige Adrenalin nicht wie von der Natur abgebaut wird. Da das knapp vor einer Prüfung kaum möglich ist, sollte man sich am Tag vor der Prüfung noch einmal körperlich richtig auspowern, etwa durch Joggen, jeden Sport oder auch Tanzen. Am Prüfungstag selbst kann man die letzten Schritte zu Fuß gehen und die Stiegen statt des Fahrstuhls benutzen. in den Stunden vor der Prüfung sollte man auch alles vermeiden, was den Magen belastet, wie schweres, fettes oder blähendes Essen, zuviel Kaffee oder schwarzen Tee und natürlich Alkohol, den man auch am Tag vor einer Prüfung unbedingt meiden sollte (Restalkohol!). Den Schlaf vor einem Prüfungstag kann man mit entspannender Musik unterstützen, wobei Entspannungsmethoden wie autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung helfen können. Bei der Prüfung selber können eingeübte bewusste Körperhaltungen als Hilfe eingesetzt werden, indem man im Vorfeld einer Prüfung unterschiedliche Körperhaltungen im Stehen oder im Sitzen einnimmt und bewusst wahrnimmt, in welcher Haltung, man sich wohler und sicherer fühlt. Man kann auch üben, mit welcher Handhaltung man sich am ruhigsten fühlt - man kann dafür auch bei Interviews im Fernsehen gut beobachten, wie etwa Journalisten oder Politiker darauf geschult wurden, einen souveränen Eindruck zu vermitteln. Das Einnehmen einer angenehmen Körperhaltung bei einer mündlichen Prüfung reduziert ebenfalls die erlebte Belastung, wobei auch schon ein Lächeln beim Eintritt in den Prüfungsraum für einen selber positiv wirken kann.
Siehe dazu auch Mentaltechniken für StudentInnen - abgeleitet von Techniken für SportlerInnen
