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Fünfzehn Tipps
für die erfolgreiche Prüfungsvorbereitung ;-)
Vertrauens-Trias gegen Prüfungsangst

Extratipp: Kontext und Struktur eines Prüfungsstoffes bewusst mitlernen


Ich weiss nicht, was ich tun soll! Es klappt beim Lernen einfach gar nichts! Obwohl ich 12 Stunden täglich so gut wie pausenlos durcharbeite, komme ich nicht weiter. Ich lese und lese im Lehrbuch und kann mich dabei nicht konzentrieren. Ich habe keine Ahnung, wieviel ich schon kann und wieviel noch zu tun ist. Obwohl ich im Lehrbuch eine Menge unterstreiche, bin ich nicht fähig, das Wichtige herauszufiltern. Ich gehe in Details unter und sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht. Jetzt, nach zwei Monaten, wird es langsam Zeit für Wiederholungen, damit habe ich gestern angefangen - und den Eindruck, es ist überhaupt nichts haften geblieben. Der Stoff hängt mir beim Hals heraus und ausserdem drückt es mich im Magen, wenn ich an die Prüfung bloß denke. Ich bin verzweifelt und drauf und dran, alles hinzuwerfen!
(Stoßseufzer eines anonymen Studenten
)

Es gibt offensichtlich so unterschiedlich viele Arten der Prüfungsvorbereitung wie es StudentInnen gibt. Illustriert ist das in der Februar-Ausgabe der UNI:PRESS durch einige konkrete Antworten im Original, wobei angesichts der psychologischen Lerngesetzmäßigkeiten einige Methoden eher nicht für nachhaltiges Lernen geeignet sind, wie sich in den folgenden Lerntipps zeigen wird:

Lernen in der Uni-Bibliothek?

Dass manche übrigens in einer Bibliothek besonders gut lernen können rührt daher, dass es sich um ein Ambiente mit arbeitsamen Menschen handelt. In einer Studie von Desender et al. (2016) wurde experimentell nachgewiesen, dass wenn man neben einem Menschen arbeitet, der sich voll auf eine Aufgabe konzentriert, dass man dann selber mit mehr Einsatz bei der eigenen Arbeit ist. In der Studie saßen jeweils zwei Teilnehmer nebeneinander und absolvierten Reaktionstests unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades. Wenn dabei Person A an einem sehr schweren Test arbeitete, strengte sich dann auch Person B bei seiner nur mittelschweren Aufgabe ebenfalls mehr an. Es wirkt daher ansteckend, wenn sich andere Menschen in der Umgebung geistig anstrengen.

Literatur

Desender, K., Beurms, S. & Van den Bussche, E. (2016). Is mental effort exertion contagious? Psychonomic Bulletin & Review, 23, 624-631.

Übrigens: Zu welcher Fliegergruppe gehören Sie? Passagiermaschine, Segelflieger, Jumbojet, Raumschiff, Rettungshubschrauber, Heißluftballon, Düsenjet, Sportdrachen oder fliegender Teppich. Die Antwort finden Sie in einem Buch von Sabine Grotehusman: Der Prüfungserfolg - die optimale Prüfungsvorbereitung für jeden Lerntyp.

Wann soll man beginnen, sich vorzubereiten?

Eine Klausurvorbereitung fängt genau genommen schon mit der ersten Vorlesung an. Man ist verlockt, zuhause die frisch beschriebenen Seiten aus dem Collegeblock zu reißen und abzuheften. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost ins Regal stellen. Noch bequemer ist es, wenn man ein Skript zur Vorlesung besitzt. Dann geht man oft gar nicht mehr in die Vorlesung, sei es, weil einem der Vortragsstil des Dozenten nicht gefällt oder man den Stoff ja auch zuhause nachlesen kann. Aber machst Du es auch? Und wenn ja: Weißt Du, wo der Dozent in der Vorlesung die Schwerpunkte gesetzt oder noch Ergänzungen und Änderungen vorgenommen hat?

Naja, sagst Du. Ist doch alles nicht so schlimm. Die Konvertierung von Zahlensystemen, die wir gerade in Digitaler Logik machen, ist doch wirklich ein Kinderspiel. Und mit Gattern hab ich schon in meinem Elektronik-Baukasten gespielt. Stimmt. Aber irgendwann ist dann plötzlich von asynchronen und synchronen Schaltwerken die Rede. "Hoppla, hab ich ja noch nie gehört", denkst Du beim Durchlesen der Übungsaufgaben. Und während Du noch beim Nacharbeiten der verschiedenen Flip-Flop-Typen bist, steht plötzlich die Klausur vor der Tür und die letzte Aufgabe über Moore-Automaten kannst Du nicht mal bearbeiten, von den Endomorphismen und Eigenvektoren komplexer Matrizen in Mathe I ganz zu schweigen.

Wer immer die Übungen bearbeitet, dem passiert so etwas nicht so leicht. Insbesondere dort, wo Abgabepflicht besteht, wirst Du gezwungen mitzuarbeiten. In letzter Zeit haben sich aber - unter freundlicher und penetranter Ermunterung durch den Fachschaftsrat - einige Dozenten dazu durchringen können, auf die Zulassungsbeschränkungen zur Klausur zu verzichten. Hier ist Deine Eigeninitiative dann umso wichtiger. Auch hier solltest Du immer alle Übungsaufgaben bearbeiten. Übungen sind die beste Vorbereitung auf eine Klausur.

Auch mental sollte man sich vorbereiten: In einer aktuellen Studie wurden 50 Studenten untersucht, die in Prüfungsvorbereitungen steckten und unterwies ein Teil der Studenten in Meditationsübungen (zweimal täglich 20 Minuten). Studenten, die das über zehn Wochen anwendeten, waren anschließend widerstandsfähiger in Stresssituationen und konnten sich rascher auf ihre Aufgaben konzentrieren und es klangen die Stressreaktionen in ihrem Körper schneller wieder ab als bei anderen Studenten.

Perfektionismus als Lernhindernis

Bei StudentInnen ist beim Lernen oft nicht die Motivation das größte Problem, sondern ihr Perfektionismus, denn viele gehen zu perfektionistisch ans Lernen heran und wollen möglichst alles zu einem Thema lesen und verlieren sich dann im Detail. Besser ist es aber, gezielter an die Aufgaben zu gehen. Daher sollte man den Lehrenden schon am Beginn des Semesters genau fragen, welche Art von Prüfung am Ende des Semesters ansteht, denn für einen Multiple-Choice-Test muss man anders lernen als für einen Essay, in dem man komplexe Zusammenhänge erklären soll. Ein Grundproblem der StudentInnen ist allerdings, dass die den Stoff zu wenig wiederholen, denn wer für eine Prüfung lernt, die etwa in sechs Wochen angesetzt ist, der sollte sich in den letzten zwei Wochen keine neuen Bücher mehr vornehmen. Als Faustregel gilt: Ein Drittel der Lernzeit beim Studieren sollte aufs Wiederholen verwendet werden.

Zeitplanung einer Prüfung - Beispiel

Jeder muss mit der Zeit selber abschätzen lernen, wieviel Zeit für die einzelnen Phasen anzusetzen sind bzw. auch abschätzen können sollte, ob eine Prüfung etwa mehr Zeit für das Einprägen erfordert oder ob mehr Pausen notwendig sind.

Worauf kommt es bei Prüfungen an?

In einigen Fächern, zum Beispiel Digitale Logik, kommt es in der Klausur auch sehr darauf an, Verfahren oder Algorithmen schnell und genau anwenden zu können. Hier hilft es gar nix, die Regeln stur auswendigzulernen, Du mußt vielmehr die Verfahren abarbeiten können, ohne viel nachzudenken. Auch das kannst Du nur durch häufiges Üben lernen, wozu sich neben den Übungen, die den Vorteil haben, korrigiert zu werden, auch alte Klausuren gut eignen.

Besonders in der theoretischen Informatik und der Mathematik hat die Abgabe der Übungen noch einen weiteren wichtigen Effekt: Da hier viel Wert auf Formalismen gelegt wird, bekommt man für vermeintliche Kleinigkeiten leicht den ein oder anderen Punkt abgezogen. Die Übung ist die einzige Möglichkeit, den eigenen Lösungsstil einmal auszuprobieren. Der Hiwi wird einem dann zeigen, wo man Änderungen vornehmen muß. Wenn man in der Klausur fünfmal einen Punkt wegen formaler Fehler abgezogen bekommen hat und zum Bestehen noch zwei Punkte fehlen, ärgert man sich. Vergiß nicht, die Definitionen und Sätze auswendig zu lernen. Das ist zwar lästig, aber damit kannst Du Dir leicht Punkte sichern.

Wie man erkennen kann sind Prüfungsvorbereitungen unterschiedlich, abhängig vom Individuum und fokussiert darauf, dass man sich den Lernstoff nachhaltig einprägen kann. Und dabei ist es  ganz gleich ob man ein Fernstudium macht oder jeden Tag, an der Uni anwesend sein muss. Grundlegend für alle Prüfungsvorbereitungen ist das Zeitmanagement. Um sich effektiv vorbereiten zu können muss man chronologisch vorgehen und vor allem dann mit den Vorbereitungen beginnen können, sofern man in der richtigen Verfassung ist.

Das Timing ist auch hier ganz entscheidend: Ist alles sofort nutzbar da eine Ordnung bestehend ist, kann man leichter mit den Vorbereitungen beginnen. Aber auch in einer solch scheinbar einfachen Situation muss man einen wichtigen Faktor berücksichtigen – das Workflow Management. Der Workflow ist eine Phase, in welcher man besonders produktiv und vor allem effektiv arbeitet. Dementsprechend darf man diese Tagesphasen nicht mit unwichtigen Dingen verplanen. Man sollte sich selber testen und die eigenen Uhrzeiten für Workflow herausfinden, da diese von Person zu Person unterschiedlich sind. Kann man die Zeiten bestimmen, sollte man diese ausschließlich zur Vorbereitung für Prüfungen verplanen.

Innere Einstellungen vor einer Prüfung

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